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Senkfuß, Spreizfuß, Plattfuß: Welche Schuhe wirklich helfen

Drei Fußformen, drei verschiedene Anforderungen an den Schuh — und ein häufiges Missverständnis. Wir erklären den Unterschied und sagen, welche Schuhe tatsächlich entlasten.

Senkfuß, Spreizfuß, Plattfuß: Welche Schuhe wirklich helfen

„Ich habe Plattfüße“ — hören wir oft. Tatsächlich liegt meist kein echter Plattfuß vor, sondern ein Senkfuß oder Spreizfuß. Der Unterschied entscheidet, welche Schuhe Ihnen helfen. Hier kommt die ehrliche Erklärung — ohne Werbe-Latein.

Die drei Fußtypen kurz erklärt

Senkfuß (Pes planovalgus)

Das Längsgewölbe — der Bogen zwischen Ferse und Vorfuß — sinkt ab. Im Stehen sehen Sie das gut: der Innenrand des Fußes hat keinen Bogen mehr, sondern liegt fast flach am Boden. Häufigste Ursache: schwache Fußmuskulatur, Übergewicht, Stehberufe.

Spreizfuß

Das Quergewölbe — der Bogen quer durch den Vorfuß — flacht ab. Folge: der Vorfuß wird breiter, die Mittelfußköpfchen drücken nach unten. Typischer Schmerz unter den Zehengrundgelenken, oft mit Hornhautbildung an dieser Stelle. Vielfach kombiniert mit Hallux Valgus.

Plattfuß (Pes planus)

Der echte Plattfuß ist die ausgeprägte Form des Senkfußes: das Längsgewölbe ist komplett aufgehoben, der Fuß liegt gänzlich auf. Bei Kindern bis 6 Jahre völlig normal. Bei Erwachsenen meist Folge von chronischer Überlastung — und gehört orthopädisch abgeklärt.

Welche Schuh-Eigenschaften helfen?

  • Stabile Fersenkappe. Drücken Sie den Schuh seitlich auf die Ferse — gibt er nach? Dann taugt er nicht. Die Ferse muss geführt werden.
  • Längsgewölbe-Stütze im Fußbett. Innen sollte sich eine sanft erhöhte Wölbung anschmiegen. Nicht jeder Schuh hat das.
  • Breite Auftrittsfläche für Spreizfuß — der Schuh muss vorne genug Platz haben, sonst werden die Mittelfußköpfchen weiter zusammengedrückt.
  • Dämpfung im Vorfußbereich — entlastet die Druckpunkte unter den Zehengrundgelenken.
  • Herausnehmbares Fußbett — sehr wichtig, falls Sie eigene Einlagen brauchen.

Marken, die wir bei Senk-/Spreizfuß empfehlen

Rieker mit Antistress-Technologie: flexibles Fußbett, gute Längsgewölbe-Stütze, oft auch in der Weite H verfügbar. Mehr dazu im Artikel Rieker Antistress erklärt.

Skechers Arch Fit: wissenschaftlich vermessenes Fußbett mit deutlicher Längsgewölbe-Erhöhung. Funktioniert nicht für jeden, aber wenn ja, dann gut. Details im Skechers Arch Fit Test.

Gabor: wenn Sie auf weiblich-elegantes Aussehen Wert legen — viele Modelle in Weite H und mit anatomischem Fußbett. Lowa für Wanderschuhe — viele Modelle mit herausnehmbarem Fußbett, ideal wenn Sie orthopädische Einlagen haben. Siehe Lowa Renegade Test.

Was hilft nicht?

  • Flip-Flops und harte Sandalen ohne Fußbett — schlimmster Anti-Senkfuß-Klassiker. Stundenlang getragen schwächen sie die Fußmuskulatur weiter.
  • Hohe Absätze verlagern das Gewicht in den Vorfuß und verstärken Spreizfuß-Beschwerden.
  • Zu enge Schuhe in der Standardweite F. Bei Spreizfuß brauchen Sie meist Weite H oder K.

Wann zum Arzt, wann zu uns?

Bei akuten Schmerzen oder einseitiger Verschlechterung: erst zum Orthopäden. Der verschreibt ggf. Einlagen, die wir dann beim Schuhkauf berücksichtigen.

Bei allgemeiner Bequemlichkeit, müden Füßen abends oder leichten Druckstellen: gerne direkt zu uns. Wir messen Ihren Fuß kostenlos, schauen uns Ihre alte Sohle an (verrät viel) und probieren passende Marken aus.

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